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"Smarter Mittelstand" - Inspirierende Referenten und doch bleiben gemischte Gefühle zurück...

Am 1. Oktober 2019 hatte „Convent | Unternehmen der Zeitverlagsgruppe“ wieder in die Satory Säle in Köln zu Ihrer Konferenz-Veranstaltung „Smarter Mittelstand“ eingeladen. Während durch die Präsentationen der Unternehmensvertreter – wie bspw. Fond of oder Masterplan – der eigene Zeitinvest sicher gerechtfertigt wurde, verursachten doch die gestellten Fragen aus dem Publikum und Gespräche mit anderen Teilnehmern bei vielen starke Ernüchterung. Wo steht der Mittelstand in der Auseinandersetzung mit der Digitalisierung wirklich?

Vielleicht lag es auch an der speziellen Stimmung in den Satory Sälen, die den meisten eher aus Karnevalsveranstaltungen bekannt waren. Dennoch war drinnen – in den Workshop-Räumen bzw. bei den Referenten in den Sälen – echte Aufbruchstimmung und eine reflektierte Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung zu erleben. Die Vorträge, wie der Bericht von Dr. Daniel Schütt (masterplan.com) mit der Überschrift „Warum zwingt diese Digitalisierung Unternehmen dazu, auch Bildungseinrichtungen zu werden?“ oder von Herrn Dr. Nils Eiteneyer, Head of New Ventures, mit der Darstellung, wie ein Unternehmen (das man heute nicht mehr „Start-Up“ nennen sollte) erfolgreich kundenzentriert arbeitet, waren sehr inspirierend und hatten das Potenzial, mentale Blitzlichter zu erzeugen.
Ich sage das nicht „schmeichelnd“. Denn durch meine Arbeit sehe ich viele Unternehmen und höre einige Vorträge auf Zukunftskonferenzen bzw. diskutiere mit Unternehmensvertretern ihre Konzepte in Plenums-Veranstaltungen. Gerade deshalb erlaube ich mir dieses positive Urteil…

Aber was war in den Pausen los… ? Entweder hatte ich in diesem Jahr einen „Bitterkeit-Magneten“ an mir oder meine Momentaufnahmen waren doch repräsentativ. Von vielen Gesprächspartnern wurde offen ausgesprochen: „Das ist doch nichts Neues… Alter Wein… unsere Welt sieht ganz anders aus… im öffentlichen Sektor geht das so nicht…. das sind Themen, die nur für Konzerne, aber nicht im Mittelstand oder für kleine Unternehmen funktionieren…. „, und so weiter.

In der Wahrnehmung der jeweiligen Körpersprache haben auch meine Antennen „Alarm“ geschlagen: Bitterkeit, Ablehnung, Wut oder Trauer. Ich frage mich wie so oft (immer dann, wenn ich ein Programm konzipiere und starte): Dort sind diejenigen, die sich noch bewegen… zu Veranstaltung gehen. Was denken oder fühlen erst diejenigen, die die bekannten Wände nicht verlassen?
Wieviel Zeit und Kapazität geben wir diesem, zum Teil großen Personenkreis?

Die Change Programme, die funktionieren – ob sie meinen Coaching-/Transformations-Ansatz oder den von anderen erfolgreichen Coaches entspringen – sind nicht auf Glück oder ein Zusammenbringen von (nur) jungen Menschen (auf-)gebaut.
Das wichtigste ist, dass man damit rechnet, dass in den meisten Unternehmen Widerstände – und genau die genannten Emotionen – (auch) vorhanden sind. Und das man diese proaktiv reflektiert und über Selbsterfahrungen spiegelt.
Denn es sind oftmals sehr erfahrene und verdiente Mitarbeiter und Führungskräfte, die sich gegen die anstehenden Veränderungen sträuben. Keine Gruppierung, die verzichtbar, geschweige denn inkompetent wäre. Sicher nicht!

Wer Lust hat, dies einmal mit seinem Team in Form einer Simulation zu erleben, schreibe mir gerne unter 3p (at) start-in.org
Stichwort: Simulation

Zurück zur Veranstaltung „Smarter Mittelstand“. Ich freue mich weiterhin auf diese wichtige und gute Veranstaltung!
Und bin neugierig und offen für die Gespräche mit Teilnehmern. Das Teilen von Erfahrungen und Methoden ist wichtiger denn je. Und ich sehe es als sehr wertvoll an, dass man auf dieser Veranstaltung die inneren Blockaden gezeigt hat. Denn das, was man sieht und wahrnimmt, kann man bearbeiten….

In diesem Sinne: Bleiben Sie im Austausch!
Herzlichst
Ihre
Bettina Bohlmann